Aus Wald und Feld


Was sucht die folkloristische Kleinfamilie aus dem gehobenen Mittelland in Okzitanien? Was findet sie im böhmischen Wald, gar im Ungarland? Was zieht die Kinder der Eigenheime zu den Kindern der Landstrasse? Über naives und sentimentales Musizieren: Der Ästhetik liegt manches näher als die geografische Nähe. Wer im mittelständischen Mittelland mittels Czerny-Etüden und Radio DRS musikalisch similisiert wurde, hat zum Akkordeon denselben Bezug wie zum Zimbal: nicht Heimat, sondern Sehnsucht. Wenn das Eigentümliche der Zigeunermusik nicht im eigenständigen Musikgut, sondern in der Auseinandersetzung mit der Musik des jeweiligen Gastlandes besteht, dann macht Musique Simili mit der Zigeunermusik, was die Zigeuner mit dem ungarischen Tschardasch machen: Anreichern, transformieren, parodieren, pathetisieren. Oder schlicht: zum Leben erwecken. Was uns hier 'aus Wald und Feld' entgegen trabert, kommt dem Orignal dort am nächsten, wo es sich am weitesten von ihm entfernt. Und weil Musique Simili unbekümmerter und sehnsüchtiger, ironischer und betörender musizieren als je, wird ihre Musik selbst zum Original - und somit unnachahmlich.

  • Première: 8.4.93 Espace noir St.Imier
  • Dernière: 6.1.95 Schneedorf Arosa
  • Tonträger: CD Aus Wald & Feld
  • Highlights: Finnland-Tournée, Theaterprojekt mit Mime Berne ('Weltliche Ikonen').

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